Sophie Scholl
In ihrem
Tagebuch schreibt sie:
„Wie ein dürrer Sand ist meine Seele, wenn ich zu Dir beten möchte, nichts
anderes fühlend als ihre eigene Unfruchtbarkeit. Mein Gott, verwandle Du diesen
Boden in eine gute Erde, damit Dein Samen nicht umsonst in sie falle, wenigstens
lasse auf ihr die Sehnsucht wachsen nach Dir, ihrem Schöpfer, den sie so oft
nicht mehr sehen will. Ich bitte Dich von ganzem Herzen, zu Dir rufe ich, 'Du',
rufe ich, wenn ich auch nichts von Dir weiß, als dass in dir allein mein Heil
ist, wende Dich nicht von mir, wenn ich Dein Pochen nicht höre, öffne doch mein
taubes Herz, mein taubes Herz, gib mir die Unruhe, damit ich hinfinden kann zu
einer Ruhe, die lebendig ist in Dir. O, ich bin ohnmächtig, nimm Dich meiner an
und tue mit mir nach Deinem guten Willen, ich bitte Dich, ich bitte Dich"
(Tagebuch 15.07.42, Inge Jens, S. 261).